Race, Class & Gender in the 1920s

Veröffentlicht: Oktober 14, 2010 in fight white supremacy. fight racism., smah patriarchy. smash sexism.

Hallo,

[…] Wir schauen die drei angekündigten Filme (s.u.) an den drei verbleibenden FREITAGEN im Oktober jeweils ab 20.00 (offen)/20.15 (los) in der ERREICHBAR (Reichenberger 63a) – im Anschluss halten wir den laden quasi offiziell als Partyvorwärmlounge noch etwas offen – vielleicht bis Mitternacht oder, wenn gewünscht auch etwas länger.

Hier noch mal kurz das Programm:

Babylon Fight Dub:
Race, Class & Gender in the 1920s

15.10., 20.15
D.W. Griffith: THE BIRTH OF A NATION (USA 1915, 187 min., UT)

‚Birth of a Nation‘ (BoN) gilt (nicht nur) seinen Apologeten als visueller und narrativer Meilenstein, als eigentlicher Beginn der amerikanischen
Spielfilmproduktion und Blaupause des künftigen Hollywoodfilms. Davon mag  an halten, was man will, BoN bleibt in jedem Fall ein Klassiker des rassistischen Films. Griffith erzählt in seinem dreistündigen Epos aus blendendweißer Perspektive die Geschichte vom ‚guten alten Süden‘, vom Zerfall der ‚Nation‘ im amerikanischen Bürgerkrieg, von schwarzem Terror und weißer Gegenwehr, von der Gründung des Ku Klux Klans und der Wiedergeburt der amerikanischen Nation im Kampf gegen die um Rechte kämpfende schwarze Bevölkerung. Warum muß man das gesehen haben? Weil BoN quasi die damals gängigen rassistischen Figuren in einem Film bündelte, diesen die im Blaxploitation-Film wie im HipHop wieder auftauchende Figur des ‚black brute‘, des schwarzen Rebellen/Vergewaltigers an die Seite stellte und damit einen wichtigen Basis- und Subtext nicht nur des amerikanischen Kinos schuf.

Hier ein, naja, nicht wirklich guter Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=a9UPOkIpR0A

Und hier eine Szene, falls ihr nicht wissen solltet, worauf ihr euch einlasst:
http://www.youtube.com/watch?v=FXlWwYNCO-8&feature=related

Beachtet bitte: Wir machen nur eine ganz kurze Einführung und fangen möglichst pünktlich an, da der Film ziemlich Überlänge hat. Quatschen könn‘ wa danach noch bei nem Bier in der Erreichbar oder beim Rash-Reggae from the Ghetto-Nighter in der Meuterei!

22.10., 20.15
Vorfilme (tba, ca. 15 min.)
Oscar Micheaux: WITHIN OUR GATES (USA 1919, 76 min., OF)

Oscar Micheaux konzipierte ‚Within Our Gates‘ (WoG), den ältesten
überlieferten afroamerikanischen Spielfilm, im Gefolge der sog. ‚Race Riots‘ des Jahres 1919 u.a. als Antwort auf BoN. Micheaux diskutiert in seinem vornehmlich, aber nicht ausschließlich für ein schwarzes Publikum gedrehten Film die Lebens­bedingungen von Schwarzen in den Südstaaten, die Migration freigesetzter ehemaliger schwarzer Pächter_innen und Landarbeiter_innen in die urbanen Zentren im Norden und Westen der Vereinigten Staaten. Er attackiert weißen Rassismus sowie, so könn te man vielleicht sagen, unsolidarische und irrationale Verhaltensweisen innerhalb der schwarzen Community und propagiert ganz im Sinne des damals hegemonialen bürgerlichen Zeitgeists Familie, Bildung und beruflichen Weg als emanzipative Perspektive. Micheauxs Film löste u.a. wegen seiner drastischen Lynchszenen Proteste und Boykotte aus, verschwand schnell von den Leinwänden, überlebte nur dank spanischer Archive und wurde erst in den 1990ern von Historikern_innen sowie unabhängigen
Filmemachern wie
Charles Burnett und Cheryl Dunye wieder entdeckt und rehabilitiert.

29.10., 20.15
Dudley Murphy: THE EMPEROR JONES (USA 1933, 105 min., engl. UT)

Paul Robeson, den wir der Einfachkeit halber hier und jetzt als
afroamerikanischen Ernst Busch einführen, spielt in ‚The Emperor Jones‘ (TEJ), der hochinteressanten Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Eugene O’Neill, eine seiner großen Paraderollen, nämlich den schwarzen Schlafwagen-Schaffner Brutus Jones, einen eitlen und arroganten, aber doch nicht unsympathischen ‚everyman‘, der letztlich im Knast bzw. der ‚chain gang‘ landet und nach einigen Irrungen und Wirrungen Regent einer Karibikinsel wird. TEJ bietet einige Einblicke in (v.a. imaginäre) alltägliche Lebenswelten der 20er Jahre und  kann zudem als massive Attacke auf Marcus Garvey bzw. die U.N.I.A und als Beispiel für den sich im Austausch mit der Psychoanalyse entwickelnden politischen, ethnologischen usw. ‚Primitivismus‘-Dis kurs gelesen werden und lässt sich damit vielleicht auch als Beispiel für einen zeitgenössischen antirassis­tischen Positionierungsversuch in all seiner Unzulänglichkeit verstehen.

Grüsse

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