Solidarität mit Hungerstreikenden Migrant_innen in Griechenland//8.2.2011// 16:30h// Griechische Botschaft Berlin

Veröffentlicht: Februar 3, 2011 in roc - der tag der revolution ist nah

Hallo,

unten findet ihr die Erklärung der hungerstreikenden MigrantInnen in
Griechenland.
Aktuelle Infos auf Deutsch findet ihr hier: http://tab.blogsport.de
auf Englisch hier: http://w2eu.net/
Das Bündnis gegen Lager ruft zu einer Solidaritätskundgebung in Berlin am
Dienstag den 8. 2. 2001 um 16:30 vor der griechischen Botschaft in der
Jägerstr. 54 (Nähe Gendarmenmarkt) auf.
Bitte weitersagen, weitermailen, weiterverbreiten! Kommt alle!
Legalisierung jetzt!
Gleiche Rechte für alle!
Alle Grenzen abschaffen!

Hi,

below you find the declaration by the Assembly of Migrant Hunger Strikers
in Greece.
More information in German you find here: http://tab.blogsport.de
in English here: http://w2eu.net/
We call for a action to express our solidarity on Tuesday  02/08/11,
16:30 in front of the geek embassy,  Jägerstr. 54 (close to
Gendarmenmarkt)
Please spread, please forward! please come!
Legalisation now!
Equal rights now!
Abolish all borders!

Griechenland: Aufruf der Vollversammlung der Hungerstreikenden

Wir sind Migrantinnen und Migranten aus ganz Griechenland. Wir kamen
hierher, vertrieben von Armut, Arbeitslosigkeit, Kriegen, Diktaturen. Die
multinationalen Konzerne des Westens und ihre politischen Handlanger in
unseren Heimatländern haben uns keine andere Wahl gelassen, als -zig mal
unser Leben zu riskieren, um an Europas Pforte zu gelangen. Der Westen,
der unsere Länder ausplündert, mit seinem unvergleichlich höheren
Lebensstandard ist für uns die einzige Hoffnung, wie Menschen zu leben.
Wir kamen nach Griechenland (mit regulärer Einreise oder ohne), um zu
arbeiten und um uns und unsere Kinder zu ernähren. Wir befinden uns in
unwürdigen Zuständen und im Dunkel der Illegalität, damit die Arbeitgeber
und die staatlichen Institutionen von der brutalen Ausbeutung unserer
Arbeit profitieren. Wir leben von unserem Schweiß und mit dem Traum, eines
Tages gleiche Rechte mit unseren griechischen Kollegen zu bekommen.

In der letzten Zeit ist die Situation für uns sehr schwierig geworden. Je
mehr Löhne und Renten gekürzt werden, je teurer alles wird, desto mehr
wird der Migrant als der Schuldige vorgeführt, als der Verantwortliche für
die Verelendung und die brutale Ausbeutung der griechischen Erwerbstätigen
und Kleinunternehmer. Die „Vorschläge“ der extremen Rechten werden als
staatliche Politik verkündet: eine Mauer am Evros, schwimmende
Internierungslager und europäisches Militär in der Ägäis, Repression in
den Städten, Massenabschiebungen. Sie wollen die griechischen
Arbeiter_innen überzeugen, dass wir plötzlich zu einer Bedrohung für sie
geworden sind, dass wir für den beispiellosen Angriff ihrer eigenen
Regierung verantwortlich sind. Die Antwort auf diese Lügen und diese
Barbarei muss jetzt gegeben werden und wir, die Migranten und
Migrantinnen, werden sie geben. Wir setzen unser Leben aufs Spiel, um
jetzt die Ungerechtigkeit zu unseren Lasten zu stoppen.  Wir fordern die
Legalisierung aller Migranten und Migrantinnen, wir fordern die gleichen
politischen und sozialen Rechte und Pflichten wie die griechischen
Arbeiter_innen. Wir fordern unsere griechischen Kolleg_innen, alle
ausgebeuteten Menschen auf, sich an unsere Seite zu stellen. Wir fordern
sie auf, unseren Kampf zu unterstützen. Damit sich nicht die Lüge, die
Ungerechtigkeit, der Faschismus und die Alleinherrschaft der politischen
und wirtschaftlichen Eliten auch bei ihnen durchsetzen, diese ganzen
Bedingungen, die in unseren Ländern herrschen und uns gezwungen haben zu
migrieren, uns und unsere Kinder, damit wir in Würde leben können.

Wir haben keine andere Wahl, unsere Stimme hörbar zu machen, damit Ihr von
unserem gerechten Anliegen erfahrt. Dreihundert (300) von uns beginnen am
25. Januar in Athen und Thessaloniki einen gesamtgriechischen
Hungerstreik. Wir bringen unser Leben in Gefahr, weil so oder so dieses
Leben für einen Menschen mit Würde kein Leben ist. Wir ziehen es vor, hier
zu sterben, als dass unsere Kinder das erleben, was wir durchmachen
mussten.

Januar 2011
Die Vollversammlung der Hungerstreikenden

Greece: Announcement by the Assembly of Migrant Hunger Strikers

We are migrant men and women from all over Greece. We came here due to
poverty, unemployment, wars and dictatorships. The multinational companies
and their political servants did not leave another choice for us than
risking 10 times our lives to arrive in Europe’s door. The West that is
depriving our countries while having much better living conditions is our
only chance to live as humans. We came (either with regular entry or not)
in Greece and we are working to support ourselves and our families. We
live without dignity, in the darkness of illegalness in order to benefit
employers and state’s services from the harsh exploitation of our labor.
We live from our sweat and with the dream, some day, to have equal rights
with our Greek fellow workers.

During the last period our life has become even more unbearable. As
salaries and pensions are cut and everything is getting more expensive,
the migrants are presented as those to blame, as those whose fault is the
abjection and harsh exploitation of greek workers and small businessman.
The propaganda of fascist and racist parties and groups is nowadays the
official state discourse for issues of migration. The far right discourse
is reproduced through media when they talk about us. The “proposals” of
the far right are announced as governmental policies: wall in Evros,
floating detention centers and European army in the Aegean, repression in
the cities, massive deportations. They want to convince greek workers
that, all in a sudden, we are a threat to them, that we are to blame for
the unprecedented attack from their own governments.
The answer to the lies and the cruelty has to be given now and it will
come from us, from migrant men and women. We are going in the front line,
with our own lives to stop this injustice. We ask the legalization of all
migrant men and women, we ask for equal political and social rights and
obligations with greek workers. We ask from our greek fellow workers, from
every person suffering from exploitation to stand next to us. We ask them
to support our struggle. Not to let the lie, the injustice, the fascism
and the autarchy of the political and economic elites to be dominant in
their own places too; all these conditions that are dominant in our
countries and led us to migrate, us and our children, in order to be able
to live with dignity.
We don’t have another way to make our voices heard, to make you learn
about our rights. Three hundred (300) of us will start a Hunger Strike in
Athens and in Thessaloniki, in the 25th of January. We risk our lives, as,
one way or another, this is no life for people with dignity. We prefer to
die here rather our children to suffer what we have been through.

January 2011
Assembly of migrant hunger strikers

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