Solidarität mit hungerstreikenden Mapuche!

Veröffentlicht: Mai 19, 2011 in antifa, fight white supremacy. fight racism., hayaya abya yala

Am 21.Mai hält der chilenische Präsident Sebastián Piñera die
alljährliche Rede zur Lage der Nation. Während im letzten Jahr am 21.
Mai nach dem schweren Erdbeben nur wenige Menschen auf die Strasse
gingen, ist dieses Jahr die chilenische Rechtsregierung schon im Vorfeld
dieses symbolträchtigen Tages mit breiten sozialen Protesten
konfrontiert worden.

Seit bereits über 60 Tagen befinden sich 4 politische Gefangene der
Mapuche im Hungerstreik. Sie fordern eine Annullierung des auf dem
Antiterrorgesetz basierenden Gerichtsverfahrens, in dem sie zu mehr als
20 Jahren Haft verurteilt wurden. Bereits letztes Jahr hatten 34
politische Gefangene Mapuche einen über 80 Tage andauernden
Hungerstreik durchgeführt, der von breiten sozialen Protesten begleitet
wurde. Am 3. Juni soll nun der Oberste Gerichtshof entscheiden, ob das
unfaire Gerichtsverfahren neu aufgerollt werden muss. Die Vereinten
Nationen und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und
Human Rights Watch kritisieren seit mehren Jahren die Kriminalisierung
der Proteste der Mapuche, die für Land- und Selbstbestimmungsrechte
eintreten.

Ein weiterer skandalöser Fall der Kriminalisierung der sozialen
Bewegung ist der so genannte „Caso Bombas“. 15 Menschen aus dem
anarchistischen Spektrum wurden monatelang eingesperrt, bis sie in den
letzten Wochen – aufgrund fehlender Beweise – wieder freigelassen
wurden. Auch diese Willkürmassnahmen waren nur möglich durch Anwendung
des Antiterrorgesetzes, das aus Zeiten der Pinochet-Diktatur stammt.

Die neoliberale chilenische Regierung setzt weiterhin auf
zerstörerische Großprojekte um die Energieversorgung des
„chilenischen Wirtschaftswunders“ abzusichern. Als letzte Woche die
Regierung ihre Zustimmung zum Bau von mehreren Riesenstaudämmen in
Patagonien gab – deren Elektrizität über mehrere tausende Kilometer
lang durch Hochspannungsmasten nach Santiago transportiert werden soll
-, kam es landesweit zu spontanen Demonstrationen, die von der Polizei
brutal angegriffen wurden. In Santiago gingen über 30 000 Menschen auf
die Strasse, um gegen Hidroaysén zu protestieren. Die Polizei ging
brutal mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die DemonstrantInnen vor
und verhaftete viele.

Wir solidarisieren uns mit den sozialen Protesten in Chile und fordern
ein Ende der Kriminalisierung seitens des chilenischen Staates.

Wir treffen uns am Freitag, den 20.05. um 17.30 vor der chilenischen
Botschaft, Mohrenstrasse 42 (U Stadtmitte/Hausvogteiplatz)

Mapuche-Solidaritätsgruppe im FDCL e.V.

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