Schokoladen Mitte soll am 22.02.2012 um 9 Uhr geräumt werden

Veröffentlicht: Februar 18, 2012 in anticapitalism. anticonsumerism., stop control

+++ Schokoladen Mitte soll am 22.02.2012 um 9 Uhr geräumt werden +++
 (02.02.2012)
Noch nicht einmal eine Woche nach der verlorenen Verhandlung vor dem
Landgericht Berlin erhielt das Projekt ein Schreiben, dass am 22.02.2012
um 9 Uhr der Gerichtsvollzieher vorbeikommen wird, um die Gewerberäume
des Projektes zu übernehmen bzw. räumen zu lassen. Damit sind die
Schokoladenkneipe, der Club der polnischen Versager, das TiSCH Theater
und etliche Atelierräume akut bedroht. Für die noch im Haus
verbleibenden Bewohner ist die Lage derzeit noch nicht bedrohlich, da es
nicht so einfach ist, diese zu kündigen. Aber was hilft das, wenn sie
versuchen, dem Projekt das Herz rauszureißen ?

Obwohl es sich noch um ein schwebendes Verfahren handelt und es wegen
einiger Räumlichkeiten Unklarheiten gibt, lässt es sich der Eigentümer
Markus Friedrich nicht nehmen, sofort Tatsachen zu schaffen. Zitat TAZ
vom 28.01.2012 „Wir reden nur noch über Wochen, nicht mehr über Monate“.

Vor einem Jahr durften wir erleben, wie die Eigentümer der Liebig 14
ihren Willen durchsetzen konnten. Mit 2500 Bullen setzten Sie diese
Interessen des Kapitals durch, um 25 Menschen mitten im Winter auf die
Straße zu setzen. Die Kosten dieses Einsatzes zusammen mit dem
entstandenen Sachschaden in den folgenden Tagen hätten locker gereicht,
um den BewohnerInnen ein adäquates Ersatzobjekt zur Verfügung zu
stellen, wenn es denn politischer Wille gewesen wäre.

Womit wir mal wieder bei der Politik dieser Stadt und den hilflosen
Marionetten genannt PolitikerInnen angelangt sind. Lippenbekenntnisse
und leere Zusagen, sich um den Erhalt des Schokoladens zu kümmern, haben
die Menschen dort schon viele gehört. Doch hat die Politik schon vor
etlichen Jahren ihre Karten aus der Hand gegeben, in dem sie alle
städtischen Gelände/Gebäude an Investoren und Spekulanten verschachert
hat. Nun steht sie hilflos da und hat überhaupt keine Möglichkeit mehr,
regulierend in die  Berliner Wohnungsbaupolitik einzugreifen. Eigentum
geht in diesem Staat nun mal vor Allgemeinwohl. Da hilft auch kein
Lamentieren darüber, wie wichtig es ist, so tolle kulturelle Projekte
wie den Schokoladen zu erhalten.

Folglich liegt es mal wieder an uns selbst mit allen !!! uns möglichen
Mitteln gegen diese erneute Bedrohung eines Freiraumes zu kämpfen.
Einziger Trost: wir haben wenigstens uns und darauf können  wir uns auch
einzig verlassen ! Solidarität ist eine Waffe(l) � Die Hoffnung stirbt
zuletzt !

*KOMMT ALLE am 22.2.2012 um 8 Uhr zum SCHOKOLADEN um gemeinsam eine
Räumung zu verhindern !!! *

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