Kein „BMW-Guggenheim-Lab“ am Spreeufer in Kreuzberg!

Veröffentlicht: März 20, 2012 in anticapitalism. anticonsumerism.
Aufruf

Kein „BMW-Guggenheim-Lab“ am Spreeufer in Kreuzberg!

In den nächsten Wochen soll Baubeginn sein, am 23. Mai soll es eröffnet
werden: das sogenannte „BMW Guggenheim Lab“ am Spreeufer in
Friedrichshain-Kreuzberg. Das sogenannte „Lab“ ist eine miese
Image-Veranstaltung des konsevativen BMW-Konzerns, bedeutet für den Kiez
noch weiter steigende Mieten sowie die faktische Privatisierung des
Grundstückes und wurde natürlich ohne jede Beteiligung der AnwohnerInnen
geplant.

Wir lehnen dieses Projekt ab und fordern BMW und Guggenheim auf, darauf zu
verzichten. Wir unterstützen alle Versuche, das geplante „Lab“ im
Interesse der Anwohnerinnen und Anwohner zu verhindern.

1) Das geplante BMW-Lab ist eine reine Image-Veranstaltung für den
BMW-Konzern. Der BMW-Marketing-Chef im „Manager Magazin“: „Wir haben es
hier mit einem interessierten, aufgeschlossenen Publikum zu tun, das wir
mit traditionellem Marketing und herkömmlichen Kommunikationskanälen immer
weniger erreichen. All jene, die ganz definitiv keine Autozeitschriften
lesen... Mit der Experiential branding-Strategie, und ganz konkret mit dem
BMW Guggenheim Lab, möchten wir jene ansprechen, die heute vielleicht noch
keine besondere Affinität zur Marke BMW haben.“

2) BMW ist nicht irgend eine Marke, sondern ein besonders konservativer
Konzern mit einer besonders üblen Vergangenheit. Ein großer Teil des
Grundkapitals stammt aus Arisierungen und der Ausbeutung von
Zwangsarbeiter_innen während der Herrschaft der Nationalsozialisten. BMW
ist einer der größen Partei-Spender, Zuwendung fließen ausschließlich an
die reaktionär-liberalen Parteien CDU, CSU und FDP. Auch sonst gibt BMW
viel Geld aus, etwa über diverse Stiftungen, um die Idee des Kapitalismus
als der besten und einzig möglichen Gesellschaftsform zu verbreiten.
Aktuell befindet sich BMW in der massiven Kritik verschiedener
Gewerkschaften, weil kein anderer Autokonzern in der BRD in einem solchen
Umfang schlecht bezahlte Leih-ArbeiterInnen einsetzt.

3) Für den Wrangelkiez, in dessen Zentrum das „Lab“ gebaut werden soll,
bedeutet dieses Projekt eine weitere Aufwertung und damit weiter steigende
Mieten. Schon heute ist der Wrangelkiez, wie überhaupt die Altbauquartiere
von Kreuzberg, mit massiv steigenden Mieten und damit einher gehenden
Verdrängungsprozessen der Bevölkerung mit geringen Einkommen konfrontiert.

4) Das „Lab“ bedeutet die faktische Schließung des heute für die
Öffentlichkeit zugänglichen und viel genutzten Grundstückes Cuvrystraße
Ecke Schlesische Straße. Nur noch während der Programm-Zeiten des „Lab“
soll das Grundstück zugänglich sein. An Tagen, an denen kein Programm
stattfindet, und jeden Abend ab 22 Uhr bleibt das Grundstück verschlossen,
Securitys und Polizei sollen jedes Betreten unmöglich machen.

5) Für den neuen Eigentümer des Grundstückes, die „Ritter Finest Real
Estate“, bedeutet das Vorhaben eine Wertsteigerung des Grundstückes und
verbessert die Perspektiven, nach dem „Lab“ hier die geplante
Hoch-Luxus-Wohnanlage bauen und vermarkten zu können. „Ritter Finest Real
Estate“ ist Spezialist für solche Hoch-Luxus-Projekte.

Wir wollen weder ein „BMW-Guggenheim-Lab“ noch die geplante
Luxus-Wohnanlage: Spreeufer-Grundstück Cuvrystraße auf Dauer für alle und
umsonst! BMW-Lab und Luxus-Bebauung verhindern!

BMW – NEE! Anwohnerinnen und Anwohner gegen das geplante „BMW-LAB“ im
Wrangelkiez

Mehr Infos: http://bmwlabverhindern.blogsport.de/
Im Anhang: Der Aufruf als PDF

Alle Gruppen, Projekte und Initiativen, die diesen Aufruf unterstützen
wollen: bitte eine kurze E-Mail an bmw_lab_verhindern@riseup.net schicken!
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