Rassismus in Griechenland

Veröffentlicht: April 3, 2012 in fight white supremacy. fight racism., sin banderas sin fronteras
In Griechenland und speziell in Athen breiten sich die Fälle rassistischer Gewalt gegenüber Immigranten auch auf Bezirke außerhalb des Zentrums aus.
Die Ausbreitung der Fälle rassistischer Gewalt auf neue Bezirke Athens, wie beispielsweise Kallithea, und die organisierten Angriffe gegen Immigranten, die an Bushaltestellen warten, sind einige der Strömungen, welche das Netzwerk zur Erfassung von Fällen rassistischer Gewalt ausmacht. Laut einer Untersuchung, deren Ergebnisse am vergangenen Mittwoch (21 März 2012) präsentiert wurden,
agierten in der überwältigenden Mehrzahl der im letzten Quartal 2011
verzeichneten Fälle die Täter als Gruppe, was die Ansicht bezüglich  organisierter rassistischer Verbrechen bekräftigt. Sich auf die Chrysi Avgi beziehend warnte das Netzwerk, “dass sich die eine politische Vertretung beanspruchenden Gewaltgruppen darüber bewusst zu sein haben, dass es immer mehr auf sie gerichteteMikroskope geben wird“. Weiter wird die Beunruhigung darüber ausgedrückt, dass “die Bevölkerung in den urbanen Zentren eine zunehmende Toleranz für rassistische Gewalt zeigt“.
Die meisten Opfer rassistischer Gewalt sind Afghanen und Afrikaner
Das Netzwerk – welches auf Initiative
des Nationalen Gremiums für Menschenrechte (EEDA) und des
Obersekretariats der UNO für Flüchtlinge in Griechenland geschaffen
wurde, unter Beteiligung 18 nichtstaatlicher Organisationen (Amnesty
International, Ärzte der Welt usw.) und des Ombudsmanns als Beobachter –
 führte diese erste Erfassung in drei, vier Bezirken Athens und in einem
 Bezirk der Hafenstadt Patras durch. Insgesamt verzeichnete es 63 Fälle,
 von denen die Täter in 18 Fällen Mitglieder extremistischer
Organisationen, in 26 Bürger, in 18 Polizeibeamte und in 1 der private
Sicherheitsdienst eines Krankenhauses waren.
Von den Opfern waren 56 Männer und 7
Frauen – die meisten aus Afghanistan (25) und dem subsaharischen Afrika
(21). In 30 Fällen wurden Körperverletzungen und in 12 Fällen schwere
Körperverletzungen sowie auch Beschädigungen von Eigentum verursacht
(Zerstörung eines Lebensmittelgeschäfts-Lieferwagens, Brandstiftung in
einem Blumenladen). In 51 Fällen erfolgte der Angriff von Gruppen – und
zwar häufig unter Beteiligung von Frauen und Minderjährigen. In zwei
Fällen war eine Frau die Täterin.
“Üblicherweise fragt die Frau “Von
wo bist Du”, und sobald das auserkorene Opfer antwortet, erscheinen die
übrigen und beginnt die Gewalt“, erklärte die wissenschaftliche Mitarbeiterin des EEDA Tina Stavrianaki. “Gruppen
 patrouillieren auf öffentlichen Plätzen zu Fuß oder auf Mopeds und
tragen dabei schwarze Kleidung und haben das Gesicht mit Kapuzen oder
Helmen vermummt“.
Über die Gewalt seitens Polizeibeamter verzeichnete das Netzwerk sich wiederholende Verhaltensweisen: “In
 Patras wird der Ausländer an eine abgelegene Stelle gebracht, wo er von
 den Polizisten misshandelt wird, die ihn dann dort zurücklassen,
nachdem sie seine Dokumente vernichtet haben – und in einem Fall sogar
auch die gerade erworbenen Medikamente. In Athen schreiten sie zu
Vorführungen sogar auch legaler Immigranten, wo dann die Gewalt und die
Einschüchterung beginnt, Griechenland zu verlassen“, fügt Frau Stavrinaki an.
Rassistische Gewalt bleibt in Griechenland ungeahndet
“Die Verurteilung der Täter ist in Griechenland ein unbekannter Begriff“,
 äußerte der Vorsitzende des EEDA Kostis Papajoannou. Er prangerte die
Publikationen über Bürgerwehren zum angeblichen Selbstschutz und die
politischen Führer an, welche “anstatt zu verurteilen, von dem Recht auf Waffenbesitz sprechen und Gruppen zu Zielen machen“.
Der Vorsitzende des Griechischen
Immigranten-Forums Moavia Ahmet aus dem Sudan betonte, dass viele der
Opfer die erlittene – verbale oder körperliche – Gewalt nicht melden, da
 sie sich damit entweder als alltägliches Phänomen in ihrem Leben
abgefunden haben oder kein Vertrauen haben, dass etwas geschehen wird. “Im Verhältnis zur Realität sind die Zahlen minimal“,
 meinte Jonous Mohamadi aus Afghanistan, Vorsitzender des Griechischen
Flüchtlings-Forums. Er führte das Beispiel der Somalier – “einer
sehr geschlossenen Gemeinschaft – an, bei denen es Dutzende Opfer –
hauptsächlich Frauen mit Kopftüchern – gibt, die nirgendwo verzeichnet
werden“. Eine andere Gruppe, die in letzter Zeit viele Angriffe erlebt, sind die Prostituierten of Color im Zentrum von Athen.
Herr Mohamadi hielt besonders bei dem
“psychologischen Trauma” ein, dass Immigranten in einem Mitgliedstaat
der EU Gewalt erfahren: “Bis wir in Griechenland angelangten,
erlitten wir in unserem eigenen Land, aber auch unterwegs viel Schläge.
An der Grenze Iran – Afghanistan töten sie Dich. In der Türkei ist die
Gewalt unerträglich. In Griechenland erwarteten wir jedoch nicht, das
selbe zu erleben.“
Auf welche Weise der griechische Staat dem Thema begegnet? Die Antwort des Herrn Papajoannou ist beredsam: “Bevor
 wir begannen, fragten wir die Behörden, wie viele verzeichnete Fälle
rassistischer Gewalt es gebe. Sie antworteten uns: Keinen!“

Die
 griechische Regierung will die Patienten in den Krankenhäusern aufgrund 
der Nationalität trennen. An einem Flügel die Griechen, an anderem die 
Migranten. Damit "die ansteckenden Krankheiten sich nicht verbreiten 
können". Außerdem hat die Regierung schon den Aufbau 30 neuer Flüchtlingslager angekündigt.
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