Archiv für die Kategorie ‘fight white supremacy. fight racism.’

FACING BLACK PEOPLE

Podiumsdiskussion
Mit Elizabeth Blonzen, Dr. Grada Kilomba, Mekonnen Mesghena, Lara-Sophie
Milagro, Nadja Ofuatey-Alazard, Michael Ojake u.a.

"Der historische Rassismus bestand nicht nur in Ausbeutung und Völkermord
in den Kolonien, sondern auch in den zahlreichen diskriminierenden Praxen,
Begriffen und Bildern, die seit dem 17. Jahrhundert kontinuierlich in
Deutschland gebraucht werden, um Schwarze Menschen zu beschreiben oder
darzustellen. Schwarz-Sein wird aus weißer Sicht benutzt, um etwas als
fremd, anders, exotisch, wild oder bedürftig zu markieren. Diese
Projektionen haben nichts mit der Lebensrealität Schwarzer zu tun." –
www.buehnenwatch.com
Anlässlich aktueller Berliner Inszenierungen wird das sogenannte
„Blackface“, das heißt schwarz angemalte weiße SchauspielerInnen, unter
Kulturschaffenden und AktivistInnen erneut kontrovers diskutiert. Eine
öffentliche Diskussion für Kulturschaffende und Interessierte als nächster
Schritt in einer Debatte, die sich erst an ihrem Anfang befindet.

Eine Veranstaltung von Kultursprünge e.V. in Kooperation mit der Werkstatt
der Kulturen

Ballhaus Naunynstraße
Naunynstr. 27, 10997 Berlin
10. Mai 2012, 20 Uhr – Eintritt frei
Solidarity with Blind Banga on 19.04.2012 in Berlin: Demonstration against
Institution Racism and For Freedom of Movement
thevoiceforum.org/node/2504

On Thursday, 19.4.12 at 11:00 Sozialgericht Berlin, (Invalidenstraße 52),
14:00 Ausländerbehörde, (Friedrich-Krause-Ufer)

Institutional racism in Germany has many stories. The 28-years old Banga
(Bamkali Konateh) can tell one of them: He is more than 11 years in
Germany. He was healthy when he came into Germany but now blind with
diabetes. His health condition is a direct consequence of police brutality
and limited or hindered medical attention to his treatment.

After  The VOICE Refugee Forum got to know about his case and generated a
campaign for him in 2010, Banga was given a „Fiktionsbescheinigung“ based
on residence right §25 Abs.3.

Video: BLIND BANGA - Maybe I can see again: Flüchtlingslager Gerstungen
http://www.youtube.com/watch?v=PMoUz_2nVXM&feature=player_embedded

After being given this right to stay, the social support based on the
Asylbewerberleistungsgesetzt was withdrawn, his medical treatment from a
mobile welfare canter was cancelled and he was asked to the the refugee
camp in Gerstungen thus turning a diabetic blind person adrift: No
information, no support help in organizing his financial issues or medical
treatment, no accommodation.

With the intervention of The Voice Refugee Forum and the KuB in Berlin
(Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und MigrantInnen), a support
group volunteered to offer him a flat and also support to build a new
living in Berlin.

After Banga moved to Berlin in summer 2011, he applied for social help
(Hartz IV) and a health insurance which created the room for him to
continue his treatment on his remaining eye,(Maybe Banga can see again.).

In the residence right for Banga, there was a constrain of residence only
within Thüringen based on foreseen deportation/eviction in September 2011.
Thüringen „Wohnsitzauflage“

An appeal was made to suspend the constrain i.e. Banga still lives in
Berlin legally. Since this date, there has been a conflict about who takes
the financial responsibility between Berlin and Thüringen Institutions.

Whoever that may be doesn’t matter to us because we are only interested
that one of the districts takes this responsibility i.e. like Health
insurance, Rentage and other necessities for his living.

A court in Berlin decided that the Thüringen district (Landratsamt) pay up
Bangers arrears from February-April but the district is using a debt
recovery strategy enforcement to ridiculously reduce his earnings.

Normally Banga is expected to receive 200; Euros besides his rent
according to the Asylbewerberleistungsgesetz.

But the district authourities are not interested in paying for the premium
the health insurrance is ignored.

Actually he is only still insured because supporters borrowed him money.
And from the month of May, Banga would be roped up again. It is always all
about money that is urgently needed for his survival and nothing else.

It may seem not understandable for the social offices and courts in Berlin
and Thüringen hence they take so long time to reach a decision that is
binding i.e a blind diabetic person runs out of his insulin and eye drops.

This story may be shocking for you or makes you angry or even
unbelievable. see longer version in German here:
http://de.indymedia.org/2012/03/326016.shtml  or
http://thevoiceforum.org/node/2474).

Bangas story is just one of many stories of refugees in Germany. There are
many similar cases we never hear about because the sick protagonists were
just deported notwithstanding their rights for a residence permit.

For Banga and the many others unknown who are faced with such hard times
with the (alien) offices and those deprived of their rights for getting
the absolutely necessary, we invite you to join us on the street on
19.April at 11am.

Come with us on Thursday 19th April at 11am to the Berlin social court at
the Invalidenstraße 52 and then to the aliens department to protest
against the daily institutionalised racism AND the freedom of movement.

END

The VOICE Refugee Forum Jena
Schillergäßchen 5, 07745 Jena,
E-Mail: thevoiceforum@gmx.de
http://thevoiceforum.org

Rassismus in Polizei und Justiz

Ausnahme oder Ausdruck gesellschaftskonformen Handelns?

Mittwoch, den 18. April 2012 um 18:30 Uhr*
*Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin*
*Unter den Linden 6,10099 Berlin*

*Rassismus in Polizei und Justiz ist ein weit verbreitetes Phänomen. Ist es auch Ausdruck der Existenz eines alltäglichen, zunehmend antimuslimischen, institutionellen Rassismus, der in der Mitte der Gesellschaft wirkt und in ihren Institutionen, Gesetzen und Verordnungen reproduziert wird? Fast 160 rassistische Angriffe in Berlin sind für das Jahr 2011 dokumentiert. Die Dunkelziffer ist groß, weil die Betroffenen Angst vor Gegenanzeigen und Repressalien durch die Polizei und anderen Behörden haben.* *** *** *Die Veranstaltung will versuchen, die Zusammenhänge und Hintergründe aufzuklären und Gegenstrategien zu entwickeln. * *** *** * Johanna Mohrfeldt und Sebastian Friedrich (Reach Out/KOP)* *Der Rassismus der Berliner Polizei aus der Sicht von Betroffenenorganisationen * *** *** *N.N. (akj-berlin) Rassismus im Recht ? rassistische Gesetzgebung? * *** *** *RA Eberhard Schultz (Internationalen Liga für Menschenrechte) Beispiele antimuslimischen Rassismus bei Polizeieinsätzen und die Rolle der Justiz * *** *** *Dr. Sabine Schiffer (Institut für Medienverantwortung, Erlangen) Antisemitismus und Islamophobie ? das Feindbild Islam als Konstrukt von Herrschaft zur Ausgrenzung von Minderheiten * *** *** *** *** *Moderation: Gabriele Gün Tank (Journalistin, Mitglied im Vorstand des Migrationsausschuss der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen)* * * * * *Eine Veranstaltung von:**** *** *Reach out/**KOP* *Internationale Liga für Menschenrechte Berlin * *Vereinigung Berliner Strafverteidiger * *akj-berlin* *Komitee für Grundrechte und Demokratie* ————————————————————————————————————————————————————————— ** ** Das erste Entsetzen über die rechtsterroristischen Hintergründe der Mordserie an Menschen mit Migrationshintergrund war groß. Obwohl in dieser Form einmalig in Europa, blieben größere Proteste dagegen wie bei den rassistischen Pogromen in Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda vor 20 Jahren jedoch ebenso aus wie ein »Aufstand der Anständigen«. ** ** In einigen Medien begann lediglich eine Debatte darüber, ob die Bezeichnung der polizeilichen Ermittlungskommission als »Soko Bosporus« zur Untersuchung der »Döner-Morde« nicht diskriminierend und rassistisch war. Kein Thema war bisher der Rassismus als wesentliche Ursache für die Neo-Nazi-Mordserie und vermutlich auch der jahrelangen Vertuschung. Erst recht findet der alltägliche, institutionelle Rassismus in Polizei und Justiz kaum Beachtung, der sich nicht auf rechtswidrige Gewaltanwendung beschränkt, und dem ganze Bevölkerungsgruppen ausgesetzt sind. ** ** Da ist es kein Wunder, wenn Betroffene immer häufiger von rassistischen Angriffen berichten, gegen die die Polizei nichts unternimmt, sondern die Anzeigenden oft selbst verdächtigt. Die Hilfsorganisation »Reach Out« meldet einen massiven Anstieg im Jahre 2011 auf 158 dokumentierte rassistische Angriffe in Berlin. RechtsanwältInnen berichten von einer Fortsetzung des Problems auf der Ebene der Justiz. Das Recht schafft in vielen Bereichen einen Rahmen, der von Polizei und Justiz bewusst oder unbewusst rassistisch ausgefüllt wird; die Feindbilder ?Islam? und ?Terrorismus? sowie das Schüren von Überfremdungsängsten in Politik und Massenmedien lassen dies als gerechtfertigt erscheinen. **

** Wir wollen in der Veranstaltung, die anknüpft an die Veranstaltungen zum Thema ?Polizeigewalt außer Kontrolle?? den Fragen nachgehen: **

** – sind dies bedauerliche Einzelfälle oder Ausdruck der in wissenschaftlichen Studien (zuletzt Heitmeyer 2011) belegten weit verbreiteten rassistischen Einstellung in der Mitte der Gesellschaft? – was bedeutet Rassismus in diesem Zusammenhang? – sind nicht auch Gesetze, Verordnungen und Richtlinien (zum Beispiel für verdachtsunabhängige Kontrollen der Polizei in sogenannten Problemgebieten) von einem »institutionellen Rassismus« geprägt, der internationalen Rechtsstandards widerspricht (UN-Antirassismuskonvention von 1966)? – was können die Betroffenen dagegen tun? – welche Forderungen sollen aufgestellt, welche Konsequenzen gezogen werden? **

** Diese Probleme sollen zusammen mit den Betroffenen und ihren Organisationen, ExpertInnen, RechtsanwältInnen und Menschen- und Bürgerrechtsorganisationen diskutiert werden. ** *

 

* —– Ende der weitergeleiteten Nachricht —– fyi… Viele Grüße Yasemin ———- Weitergeleitete Nachricht ———- Von: Eberhard Schultz Datum: 10. April 2012 15:28 Betreff: Vorankündigung der Veranstaltung „RASSISMUS IN POLIZEI UND JUSTIZ“ am 18.4. ** Sehr geehrte Damen und Herren, liebe MitstreiterInnen, hiermit übersende ich die Ankündigung zu der Veranstaltung „Rassismus in Polizei und Justiz“ – ein aktuelles und umstrittenes Thema, zu dem wir vor allem die Betroffenen, ihre Orgsanisationen und RechtsanwältInnen zu Wort kommen lassen wollen. Ich bitte um möglichst weite Verbreitung sowie um – Ankündigung in Ihrem Veranstaltungskalender, – zahlreiches Erscheinen und kritische Beiträge. Für Interview-Wünsche stehen die ReferentInnen zur Verfügung; ich werde eine Reihe von Fällen aus der RA-Praxis vorstellen – für Rückfragen und weitere Informationen bin ich auch mobil unter 0172/4203768 erreichbar. Evtl. Doppelsendungen bitte ich zu entschuldigen. Mit freundlichen und solidarischen Grüßen. H. – Eberhard Schultz http://www.menschenrechtsanwalt.de *_________________________PLAKATTEXT ______________________________________________________* ** * Rassismus in Polizei und Justiz* * **Ausnahme oder Ausdruck gesellschaftskonformen Handelns?* * * *Mittwoch, den 18. April 2012 um 18:30 Uhr* *Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin* *Unter den Linden 6,10099 Berlin* * * *Rassismus in Polizei und Justiz ist ein weit verbreitetes Phänomen. Ist es auch Ausdruck der Existenz eines alltäglichen, zunehmend antimuslimischen, institutionellen Rassismus, der in der Mitte der Gesellschaft wirkt und in ihren Institutionen, Gesetzen und Verordnungen reproduziert wird? Fast 160 rassistische Angriffe in Berlin sind für das Jahr 2011 dokumentiert. Die Dunkelziffer ist groß, weil die Betroffenen Angst vor Gegenanzeigen und Repressalien durch die Polizei und anderen Behörden haben.* *** *** *Die Veranstaltung will versuchen, die Zusammenhänge und Hintergründe aufzuklären und Gegenstrategien zu entwickeln. * *** *** * Johanna Mohrfeldt und Sebastian Friedrich (Reach Out/KOP)* *Der Rassismus der Berliner Polizei aus der Sicht von Betroffenenorganisationen * *** *** *N.N. (akj-berlin) Rassismus im Recht – rassistische Gesetzgebung? * *** *** *RA Eberhard Schultz (Internationalen Liga für Menschenrechte) Beispiele antimuslimischen Rassismus bei Polizeieinsätzen und die Rolle der Justiz * *** *** *Dr. Sabine Schiffer (Institut für Medienverantwortung, Erlangen) Antisemitismus und Islamophobie – das Feindbild Islam als Konstrukt von Herrschaft zur Ausgrenzung von Minderheiten * *** *** *** *** *Moderation: Gabriele Gün Tank (Journalistin, Mitglied im Vorstand des Migrationsausschuss der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen)* * * * * *Eine Veranstaltung von:**** *** *Reach out/**KOP* *Internationale Liga für Menschenrechte Berlin * *Vereinigung Berliner Strafverteidiger * *akj-berlin* *Komitee für Grundrechte und Demokratie* ————————————————————————————————————————————————————————— ** ** Das erste Entsetzen über die rechtsterroristischen Hintergründe der Mordserie an Menschen mit Migrationshintergrund war groß. Obwohl in dieser Form einmalig in Europa, blieben größere Proteste dagegen wie bei den rassistischen Pogromen in Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda vor 20 Jahren jedoch ebenso aus wie ein »Aufstand der Anständigen«. ** ** In einigen Medien begann lediglich eine Debatte darüber, ob die Bezeichnung der polizeilichen Ermittlungskommission als »Soko Bosporus« zur Untersuchung der »Döner-Morde« nicht diskriminierend und rassistisch war. Kein Thema war bisher der Rassismus als wesentliche Ursache für die Neo-Nazi-Mordserie und vermutlich auch der jahrelangen Vertuschung. Erst recht findet der alltägliche, institutionelle Rassismus in Polizei und Justiz kaum Beachtung, der sich nicht auf rechtswidrige Gewaltanwendung beschränkt, und dem ganze Bevölkerungsgruppen ausgesetzt sind. ** ** Da ist es kein Wunder, wenn Betroffene immer häufiger von rassistischen Angriffen berichten, gegen die die Polizei nichts unternimmt, sondern die Anzeigenden oft selbst verdächtigt. Die Hilfsorganisation »Reach Out« meldet einen massiven Anstieg im Jahre 2011 auf 158 dokumentierte rassistische Angriffe in Berlin. RechtsanwältInnen berichten von einer Fortsetzung des Problems auf der Ebene der Justiz. Das Recht schafft in vielen Bereichen einen Rahmen, der von Polizei und Justiz bewusst oder unbewusst rassistisch ausgefüllt wird; die Feindbilder „Islam“ und „Terrorismus“ sowie das Schüren von Überfremdungsängsten in Politik und Massenmedien lassen dies als gerechtfertigt erscheinen. ** ** Wir wollen in der Veranstaltung, die anknüpft an die Veranstaltungen zum Thema „Polizeigewalt außer Kontrolle?“ den Fragen nachgehen: ** ** – sind dies bedauerliche Einzelfälle oder Ausdruck der in wissenschaftlichen Studien (zuletzt Heitmeyer 2011) belegten weit verbreiteten rassistischen Einstellung in der Mitte der Gesellschaft? – was bedeutet Rassismus in diesem Zusammenhang? – sind nicht auch Gesetze, Verordnungen und Richtlinien (zum Beispiel für verdachtsunabhängige Kontrollen der Polizei in sogenannten Problemgebieten) von einem »institutionellen Rassismus« geprägt, der internationalen Rechtsstandards widerspricht (UN-Antirassismuskonvention von 1966)? – was können die Betroffenen dagegen tun? – welche Forderungen sollen aufgestellt, welche Konsequenzen gezogen werden? ** ** ** ** Diese Probleme sollen zusammen mit den Betroffenen und ihren Organisationen, ExpertInnen, RechtsanwältInnen und Menschen- und Bürgerrechtsorganisationen diskutiert werden.

Zehn iranische Flüchtlinge wollen trotz eines gerichtlichen Verbotes weiter in der Würzburger Innenstadt campieren und so für ihre Anerkennung als Asylbewerber demonstrieren. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München untersagte am Donnerstag das Dauercampieren in einer Eilentscheidung. So etwas sei vom Grundrecht der Versammlungsfreiheit grundsätzlich nicht geschützt. Die Männer dürfen zwar weiter in einem Pavillon auf ihre Lage aufmerksam machen, dort auch übernachten, allerdings nicht in einem Zelt und auch nicht direkt vor dem Rathaus.

Die Flüchtlinge wollen trotzdem weiter machen. “Und wenn es Steine vom Himmel regnet, die zehn Menschen bleiben auf der Straße, bis sie zu ihrem Recht kommen”, sagte Baset Solimani, einer der Aktivisten vor dem Würzburger Rathaus. Sie fordern eine bessere Unterbringung und die Anerkennung iranischer Flüchtlinge als politisch Verfolgte. Darum waren die Männer vor Ostern in einen Hungerstreik getreten. Dieser wurde allerdings nach 16 Tagen über die Feiertage ausgesetzt und bislang nicht wieder aufgenommen.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte in großen Teilen eine entsprechende Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Würzburg, gegen die die zehn Männer Widerspruch eingelegt hatten. Laut einer Mitteilung des Gerichts dürfen die Flüchtlinge auf dem Unteren Markt in Würzburg weiter gegen die Lage im Iran demonstrieren. Die Kammer gestand ihnen im Gegensatz zur Stadt aber einen zweiten Pavillon zu und schloss auch ein Übernachtungsverbot aus.

Entsprechend fühlten sich die Männer und ihre Unterstützer durch den Spruch der Verwaltungsrichter bestätigt. “Wir dürfen nächtigen, das ist ganz eindeutig”, sagte Aktivist Sebastian Soboda. Er kündigte im Namen der Iraner an, dass das jetzt vor dem Rathaus stehende Zelt ab Dienstag auf dem Unteren Markt wieder aufgebaut werden soll. Das Zelt sei Bestandteil des Protestes, denn “im Prinzip leben sie hier mehr oder weniger wie in der Gemeinschaftsunterkunft”. Soboda kündigte an, den Protest gegen die Verhältnisse im Iran und die deutsche Asylpolitik am neuen Standort noch vier Wochen fortsetzen zu wollen. Sollte die Stadt das campieren nicht akzeptieren, werde man auch Rechtsmittel einlegen.

hier gefunden

Liebe Alle Möchte Euch auf folgende Demo unbedingt hinweisen! U.a. aus folgenden zwei Gründen: 1) Selbst wenn nicht eindeutig bewiesen, ausgeschlosse

Liebe Alle

Möchte Euch auf folgende Demo unbedingt hinweisen!

U.a. aus folgenden zwei Gründen:
1) Selbst wenn nicht eindeutig bewiesen, ausgeschlossen ist es nicht, dass der mörderische Überfall auf migrantische Jugendliche am 5.4. in der Rudowerstr. einen rassistischen/neonazistischen Hintergrund hat. Bei diesem bewaffneten Angriff ist der 22-jährige Burak B. gestorben und zwei weitere Jugendliche sind schwerverletzt.
2) Anlässlich der Antifa-Demo will die Neonazi-Szene am Freitagabend in Neukölln unter dem Motto „Zeit zu handeln – kriminelle Ausländer raus“ aufmarschieren. Im Internet und auf Plakaten mobilisieren sie für 18 Uhr zum U-Bahnhof Blaschkoallee in Britz. Nach Angaben der Polizei ist der Aufmarsch jedoch noch nicht offiziell angemeldet. (Siehe ganz unten die kurze PM)

http://www.taz.de/Neukoelln/!91236/
http://www.tagesspiegel.de/berlin/provokation-gegen-linke-naziaufmarsch-am-freitag-in-neukoelln/6490746.html
http://www.bild.de/regional/berlin/schiesserei/die-5-raetsel-um-die-todes-schuesse-von-neukoelln-23549612.bild.html

Liebe Grüße
Garip
———————————————————————————————————————-

Demonstration gegen Neonazis und Rassismus in Neukölln:

am Freitag, 13. April, 17.30 Uhr,

U-Bahnhof Lipschitzallee

Aufruf

Zeit zu Handeln!

Antifaschistische Demonstration am 13. April, 17.30 Uhr, U-Bahnhof Lipschitzallee 

 

In den Neuköllner Stadtteilen Rudow und Buckow gibt es traditionell eine starke Neonaziszene. In den letzten Jahren hat sich dort eine Gruppe Nazis organisiert, die sich dem ‚Nationalen Widerstand‘ zugehörig fühlt. Unter dem Label des ‚Nationalen Widerstands‘ knüpfen diese Leute unverhohlen an Traditionen des Nationalsozialismus an. Die Aktivitäten von Neuköllner Nazis sind von Gewalt dominiert. Die Bereitschaft Anschläge auf Personen und Objekte zu verüben, die in ihrer Ideologie keinen Platz haben, ist stark ausgeprägt und wurde in der jüngsten Vergangenheit mehrfach in die Tat umgesetzt: Brandanschläge, Schlägereien, eingeschlagene Scheiben, Sprühereien, Drohbriefe, Veröffentlichungen von schwarzen Listen mit Anschriften und persönlichen Daten vermeintlicher politische Gegner_innen im Internet. Wir möchten mit einer antifaschistischen Kampagne und einer anschließenden Demonstration das Phänomen gewaltbereiter Neonazis in Neukölln in den öffentlichen Fokus rücken und diesen die von ihnen beanspruchten Räume streitig machen.

Es ist Zeit, diese Zustände zu beenden. Zeit zu handeln.

Rechte Gewalt und Rechtsterrorismus: Zwei Seiten einer Medaille

Dass die Nazigruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) mit Hilfe eines weitverzweigten Unterstützer_innen-Kreises ein Jahrzehnt lang quer durch die BRD unter den Augen der Sicherheitsbehörden zehn Menschen ermorden konnte, wirft ein Schlaglicht auf die deutschen Verhältnisse. Die in Politik und Medienlandschaft als Rechtsterrorismus etikettierten Taten werden einhellig als neue Dimension rechter Gewalt beschrieben. Bei genauerer Betrachtung ist diese Einschätzung jedoch Ergebnis einer Realitätsverweigerung im Umgang mit der Gewalt militanter Neonazis: Die Taten des NSU unterscheiden sich in Organisationsgrad und Umsetzung, aber nicht im ideologischen Hintergrund und politischen Kalkül von denen anderer rechter Mörder_innen. Das Ziel der Verbreitung von Angst und Schrecken in Teilen der Bevölkerung, die der neonazistischen Vorstellung der „Volksgemeinschaft“ nicht entsprechen, sind kein Alleinstellungsmerkmal Thüringer Rechtsterrorist_innen! Zahlreiche Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, Wohnhäuser und Geschäfte von Migrant_innen und besonders die mindestens 182 Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 sprechen eine deutliche Sprache. Rechter Terror, etwas „Neues und nie Dagewesenes“? Wohl kaum, allein die Wehrsportgruppe Hoffmann mit mehreren Hundert Mitgliedern in den 1970er Jahren in Westdeutschland wird in Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf das Oktoberfest 1980 genannt, bei dem 13 Menschen starben und über 200 verletzt wurde. Sie wird auch in Zusammenhang mit dem Mord an Rabbi Shlomo Levin 1980 in Erlangen gebracht.

“Vom Nationalen Widerstand zum Nationalen Angriff“(1)

Auch Berliner Neonazis bedienen sich terroristischer Mittel bei der Verfolgung ihrer politischen Ziele. So nehmen sie an Wehrsportübungen teil und sind auch im Besitz von Waffen. Dass die Berliner Nazis durchaus zu Gewalttaten fähig sind, bewies eine Gruppe Nazis, der ‘Weißenseer Arischer Widerstand‘ bereits 1993, als sie mit Handgranaten ein Flüchlingsheim angriffen. Im Frühjahr 2008 warfen zwei junge Neuköllner Neonazis Brandsätze auf Wohnhäuser von migrantischen Familien in Rudow.

Im August 2009 begann zudem eine Anschlagsserie auf Wohnhäuser und Projekte in ganz Berlin, die von den Neonazis als vermeintliche politischen Gegner_innen zugeordnet werden. Eingeworfene Scheiben, gesprühte Morddrohungen bis hin zu lebensgefährlichen Brandanschlägen, gehören dabei zum Repertoire der Täter_innen, die zweifelsfrei dem Umfeld des ‚Nationalen Widerstands Berlin‘ zuzuordnen sind. In Neukölln liegt nicht nur der Anfangspunkt der Serie, sondern einer der Schwerpunkte der Angriffe. Ein Höhepunkt stellen dabei die beiden Brandanschläge auf ein Jugendzentrum des Jugendverbandes ‚Die Falken‘ im Ortsteil Britz dar, das immer wieder von Neuköllner Neonazis bedroht worden war. In der Nacht zum 27. Juni 2011 wurde die Einrichtung, in der regelmäßig auch Kinder-und Jugendgruppen übernachteten, bei einem Brandanschlag schwer beschädigt. Am Morgen des 9. Novembers 2011, dem Jahrestag der antisemitischen Novemberpogrome von 1938, setzten Neonazis kurz vor der geplanten Wiedereröffnung erneut das Gebäude in Brand. Der Polizei ist es bisher in keinem der Fälle gelungen, die Täter_innen zu ermitteln.

Die Verantwortlichen sind allerdings mit großer Sicherheit in der Neuköllner Neonaziszene zu suchen. Hier agieren seit Jahren militante Nazikader, die auch schon als Brandstifter_innen in Erscheinung getreten sind. Dazu gehört Robert H., der 2008 wegen Brandstiftung verurteilt wurde. Inzwischen ist Robert H. wieder in der Szene aktiv und sammelt als Anti-Antifa-Fotograf am Rande von Aufmärschen Bilder von Antifaschist_innen. Auch Julian Beyer, der für die NPD bei den letzten Wahlen zur Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung angetreten war, ist weiter bei den aktionsorientierten und gewaltbereiten Autonomen Nationalis_innen in Neukölln aktiv. Im NPD-Wahlkampf 2011 erschien mit Oliver W. zudem ein altbekannter Akteur in Neukölln wieder auf der Bildfläche, der wegen dem Besitz von Waffen und Sprengstoff, Zuhälterei und Menschenhandel vorbestraft ist. Bereits 1992 versuchte er einen linken Jugendclub in Lichtenberg anzuzünden. Ihn verbindet eine enge Freundschaft mit dem Neuköllner NPD-Vorsitzenden Sebastian Thom.

Außerdem sind rassistische Übergriffe auch in Neukölln weiterhin Teil des Alltages. Jüngstes Beispiel ist ein Vorfall Ende Oktober 2011 im U-Bahnhof Rudow. Eine Gruppe Nazis, die bereits im Nachtbus durch neonazistische Parolen aufgefallen war, beleidigte zwei Imbissmitarbeiter_innen rassistisch, bewarf sie mit Bierflaschen und verletzte sie mit Pfefferspray.

“Für uns ist das in Ordnung […]. Ich möchte nur nicht ständig Hammelbraten riechen.” (2)

Neonazistische Strukturen fallen nicht vom Himmel. Die Verbreitung rassistischer Ressentiments in Neukölln lässt sich nicht nur durch einen überproportional gutes Wahlergebnis der NPD belegen, sondern auch an den Ergebnissen einer Anwohner_innen-Befragung im Rudower Blumenviertel aus dem Jahr 2009.
Im Rahmen der Studie waren als Reaktion auf die rassistischen Brandanschläge des Vorjahres 90 zufällig ausgewählte Anwohner_innen befragt worden. Die befragten Migrant_innen schildern vielfach ein Gefühl der Ablehnung durch ihre Nachbar_innen. Einige erwogen sogar aus Angst aus dem Viertel wegzuziehen. Die deutschen Befragten gaben in ihren Antworten teilweise ausgeprägte rassistische Einstellungen preis. An Hand eines wahrgenommenen verstärkten Zuzugs von Migrant_innen nach Rudow, werden „Nordneuköllner Verhältnisse“ mit „einem Messer im Rücken“ herbei phantasiert. Die Schuld wird den Betroffenen von rassistischer Gewalt zugeschoben, denen mit Rückgriff auf rassistische Ressentiments unterstellt wird, die Täter_innen hätten zuvor eventuell negative Erfahrungen mit Migrant_innen gemacht.

Wie schnell die vorhandenen menschenfeindlichen und neonazistischen Einstellungen auch in Kombination mit Alkohol und aggressiver Männlichkeit in Gewalt umschlagen können, beweisen die Vorfälle rund um ein Spiel des TSV Rudow im Herbst letzten Jahres. Aus einer Gemengelage von Buckower Altnazis und rechten Hertha-Hools unter den Anhänger_innen des TSV Rudows heraus, wurden rassistische, homophobe und die Verbrechen des Nationalsozialismus relativierende Parolen gerufen und die als linksalternativ bekannten Fans des gegnerischen Teams Tennis Borussia mit Gegenständen beworfen. Die Neonazis sind nicht nur regelmäßige Gäste auf der Sportanlage an der Stubbenraustraße und im Verein etabliert, sie sind auch dort als Ordner_innen tätig.

Gemeinsam mit der NPD gegen jeden Extremismus ???

Bisher existiert trotz zaghafter Versuche wie dem Aktionsbündnis Rudow keine nachhaltige zivilgesellschaftliche Organisierung von Widerstand gegen die Neonaziszene im Süden Neuköllns.

Die Ursachen liegen nicht zuletzt in der fatalen Tendenz zur Gleichsetzung neonazistischer Gewalt mit dem Widerstand dagegen in der sogenannten ‘Extremismus -Formel. Auch auf lokaler Ebene werden zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich gegen Neonazis, Rassismus und Antisemitismus engagieren, mit der sog. „Extremismus-Klausel“ der Familienministerin Kristina Schröder in ihrem Wirken beschnitten. Wenn Kulturvereine mit antirassistischer Arbeit drohen unbequem zu werden, wird ihnen in Neukölln schnell damit gedroht den Geldhahn abzudrehen. Statt die Verantwortlichen beim Namen zu nennen, fiel dem von Heinz Buschkowsky geführten Bezirksamt in einem mit den Stimmen der beiden damaligen NPD-Verordneten verabschiedeten Entschließungsantrag zur rechten Anschlagsserie in Neukölln nichts Besseres ein, als “Einschüchterungsversuche (…) sowohl von rechts- als auch linksextremistischer Seite“ zu verurteilen.

Nein, das kann niemand anders machen…

Effektiver Widerstand gegen Neonazis muss Akteur_innen benennen und nicht nur ihre Strukturen, sondern auch ihre Ideologien bekämpfen. Aber besonders die Menschen vor Ort sind gefragt, sich mit den Betroffenen neonazistischer Gewalt zu solidarisieren und sich gemeinsam gegen Neonazis zu organisieren. Antifaschistische Initiativen gehören unterstützt und nicht kriminalisiert.

Keine Homezone für Neonazis und Rassist_innen. Zeit für praktischen Antifaschismus!

13.04.12 | 17.30 Uhr | U-Bahnhof Lipschitzallee

Keine “Homezone” für Nazis und Rassist_innen! Zeit für praktischen Antifaschismus!
Weitere Informationen unter: Zeit zu handeln! und Antifa Berlin

 

(1)Motto einer Demonstration des „Nationalen Widerstands Berlin“ am 10. Oktober 2009 in Berlin-Friedrichshain. Im Verlauf des Aufmarsches, bei dem auch zahlreiche Neuköllner Neonazis anwesend waren, wurden Namen politischer Gegner_innen verlesen und diese bedroht.

(2)Zitat aus einer Befragung von Anwohner_innen im Rudower Blumenviertel 2009

n ist es nicht, dass der mörderische Überfall auf migrantische Jugendliche am 5.4. in der Rudowerstr. einen rassistischen/neonazistischen Hintergrund hat. Bei diesem bewaffneten Angriff ist der 22-jährige Burak B. gestorben und zwei weitere Jugendliche sind schwerverletzt. 2) Anlässlich der Antifa-Demo will die Neonazi-Szene am Freitagabend in Neukölln unter dem Motto „Zeit zu handeln – kriminelle Ausländer raus“ aufmarschieren. Im Internet und auf Plakaten mobilisieren sie für 18 Uhr zum U-Bahnhof Blaschkoallee in Britz. Nach Angaben der Polizei ist der Aufmarsch jedoch noch nicht offiziell angemeldet. (Siehe ganz unten die kurze PM) http://www.taz.de/Neukoelln/!91236/ http://www.tagesspiegel.de/berlin/provokation-gegen-linke-naziaufmarsch-am-freitag-in-neukoelln/6490746.html http://www.bild.de/regional/berlin/schiesserei/die-5-raetsel-um-die-todes-schuesse-von-neukoelln-23549612.bild.html Liebe Grüße Garip ———————————————————————————————————————- Demonstration gegen Neonazis und Rassismus in Neukölln: am Freitag, 13. April, 17.30 Uhr, U-Bahnhof Lipschitzallee Aufruf Zeit zu Handeln! Antifaschistische Demonstration am 13. April, 17.30 Uhr, U-Bahnhof Lipschitzallee In den Neuköllner Stadtteilen Rudow und Buckow gibt es traditionell eine starke Neonaziszene. In den letzten Jahren hat sich dort eine Gruppe Nazis organisiert, die sich dem ‚Nationalen Widerstand‘ zugehörig fühlt. Unter dem Label des ‚Nationalen Widerstands‘ knüpfen diese Leute unverhohlen an Traditionen des Nationalsozialismus an. Die Aktivitäten von Neuköllner Nazis sind von Gewalt dominiert. Die Bereitschaft Anschläge auf Personen und Objekte zu verüben, die in ihrer Ideologie keinen Platz haben, ist stark ausgeprägt und wurde in der jüngsten Vergangenheit mehrfach in die Tat umgesetzt: Brandanschläge, Schlägereien, eingeschlagene Scheiben, Sprühereien, Drohbriefe, Veröffentlichungen von schwarzen Listen mit Anschriften und persönlichen Daten vermeintlicher politische Gegner_innen im Internet. Wir möchten mit einer antifaschistischen Kampagne und einer anschließenden Demonstration das Phänomen gewaltbereiter Neonazis in Neukölln in den öffentlichen Fokus rücken und diesen die von ihnen beanspruchten Räume streitig machen. Es ist Zeit, diese Zustände zu beenden. Zeit zu handeln. Rechte Gewalt und Rechtsterrorismus: Zwei Seiten einer Medaille Dass die Nazigruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) mit Hilfe eines weitverzweigten Unterstützer_innen-Kreises ein Jahrzehnt lang quer durch die BRD unter den Augen der Sicherheitsbehörden zehn Menschen ermorden konnte, wirft ein Schlaglicht auf die deutschen Verhältnisse. Die in Politik und Medienlandschaft als Rechtsterrorismus etikettierten Taten werden einhellig als neue Dimension rechter Gewalt beschrieben. Bei genauerer Betrachtung ist diese Einschätzung jedoch Ergebnis einer Realitätsverweigerung im Umgang mit der Gewalt militanter Neonazis: Die Taten des NSU unterscheiden sich in Organisationsgrad und Umsetzung, aber nicht im ideologischen Hintergrund und politischen Kalkül von denen anderer rechter Mörder_innen. Das Ziel der Verbreitung von Angst und Schrecken in Teilen der Bevölkerung, die der neonazistischen Vorstellung der „Volksgemeinschaft“ nicht entsprechen, sind kein Alleinstellungsmerkmal Thüringer Rechtsterrorist_innen! Zahlreiche Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, Wohnhäuser und Geschäfte von Migrant_innen und besonders die mindestens 182 Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 sprechen eine deutliche Sprache. Rechter Terror, etwas „Neues und nie Dagewesenes“? Wohl kaum, allein die Wehrsportgruppe Hoffmann mit mehreren Hundert Mitgliedern in den 1970er Jahren in Westdeutschland wird in Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf das Oktoberfest 1980 genannt, bei dem 13 Menschen starben und über 200 verletzt wurde. Sie wird auch in Zusammenhang mit dem Mord an Rabbi Shlomo Levin 1980 in Erlangen gebracht. “Vom Nationalen Widerstand zum Nationalen Angriff“(1) Auch Berliner Neonazis bedienen sich terroristischer Mittel bei der Verfolgung ihrer politischen Ziele. So nehmen sie an Wehrsportübungen teil und sind auch im Besitz von Waffen. Dass die Berliner Nazis durchaus zu Gewalttaten fähig sind, bewies eine Gruppe Nazis, der ‘Weißenseer Arischer Widerstand‘ bereits 1993, als sie mit Handgranaten ein Flüchlingsheim angriffen. Im Frühjahr 2008 warfen zwei junge Neuköllner Neonazis Brandsätze auf Wohnhäuser von migrantischen Familien in Rudow. Im August 2009 begann zudem eine Anschlagsserie auf Wohnhäuser und Projekte in ganz Berlin, die von den Neonazis als vermeintliche politischen Gegner_innen zugeordnet werden. Eingeworfene Scheiben, gesprühte Morddrohungen bis hin zu lebensgefährlichen Brandanschlägen, gehören dabei zum Repertoire der Täter_innen, die zweifelsfrei dem Umfeld des ‚Nationalen Widerstands Berlin‘ zuzuordnen sind. In Neukölln liegt nicht nur der Anfangspunkt der Serie, sondern einer der Schwerpunkte der Angriffe. Ein Höhepunkt stellen dabei die beiden Brandanschläge auf ein Jugendzentrum des Jugendverbandes ‚Die Falken‘ im Ortsteil Britz dar, das immer wieder von Neuköllner Neonazis bedroht worden war. In der Nacht zum 27. Juni 2011 wurde die Einrichtung, in der regelmäßig auch Kinder-und Jugendgruppen übernachteten, bei einem Brandanschlag schwer beschädigt. Am Morgen des 9. Novembers 2011, dem Jahrestag der antisemitischen Novemberpogrome von 1938, setzten Neonazis kurz vor der geplanten Wiedereröffnung erneut das Gebäude in Brand. Der Polizei ist es bisher in keinem der Fälle gelungen, die Täter_innen zu ermitteln. Die Verantwortlichen sind allerdings mit großer Sicherheit in der Neuköllner Neonaziszene zu suchen. Hier agieren seit Jahren militante Nazikader, die auch schon als Brandstifter_innen in Erscheinung getreten sind. Dazu gehört Robert H., der 2008 wegen Brandstiftung verurteilt wurde. Inzwischen ist Robert H. wieder in der Szene aktiv und sammelt als Anti-Antifa-Fotograf am Rande von Aufmärschen Bilder von Antifaschist_innen. Auch Julian Beyer, der für die NPD bei den letzten Wahlen zur Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung angetreten war, ist weiter bei den aktionsorientierten und gewaltbereiten Autonomen Nationalis_innen in Neukölln aktiv. Im NPD-Wahlkampf 2011 erschien mit Oliver W. zudem ein altbekannter Akteur in Neukölln wieder auf der Bildfläche, der wegen dem Besitz von Waffen und Sprengstoff, Zuhälterei und Menschenhandel vorbestraft ist. Bereits 1992 versuchte er einen linken Jugendclub in Lichtenberg anzuzünden. Ihn verbindet eine enge Freundschaft mit dem Neuköllner NPD-Vorsitzenden Sebastian Thom. Außerdem sind rassistische Übergriffe auch in Neukölln weiterhin Teil des Alltages. Jüngstes Beispiel ist ein Vorfall Ende Oktober 2011 im U-Bahnhof Rudow. Eine Gruppe Nazis, die bereits im Nachtbus durch neonazistische Parolen aufgefallen war, beleidigte zwei Imbissmitarbeiter_innen rassistisch, bewarf sie mit Bierflaschen und verletzte sie mit Pfefferspray. “Für uns ist das in Ordnung […]. Ich möchte nur nicht ständig Hammelbraten riechen.” (2) Neonazistische Strukturen fallen nicht vom Himmel. Die Verbreitung rassistischer Ressentiments in Neukölln lässt sich nicht nur durch einen überproportional gutes Wahlergebnis der NPD belegen, sondern auch an den Ergebnissen einer Anwohner_innen-Befragung im Rudower Blumenviertel aus dem Jahr 2009. Im Rahmen der Studie waren als Reaktion auf die rassistischen Brandanschläge des Vorjahres 90 zufällig ausgewählte Anwohner_innen befragt worden. Die befragten Migrant_innen schildern vielfach ein Gefühl der Ablehnung durch ihre Nachbar_innen. Einige erwogen sogar aus Angst aus dem Viertel wegzuziehen. Die deutschen Befragten gaben in ihren Antworten teilweise ausgeprägte rassistische Einstellungen preis. An Hand eines wahrgenommenen verstärkten Zuzugs von Migrant_innen nach Rudow, werden „Nordneuköllner Verhältnisse“ mit „einem Messer im Rücken“ herbei phantasiert. Die Schuld wird den Betroffenen von rassistischer Gewalt zugeschoben, denen mit Rückgriff auf rassistische Ressentiments unterstellt wird, die Täter_innen hätten zuvor eventuell negative Erfahrungen mit Migrant_innen gemacht. Wie schnell die vorhandenen menschenfeindlichen und neonazistischen Einstellungen auch in Kombination mit Alkohol und aggressiver Männlichkeit in Gewalt umschlagen können, beweisen die Vorfälle rund um ein Spiel des TSV Rudow im Herbst letzten Jahres. Aus einer Gemengelage von Buckower Altnazis und rechten Hertha-Hools unter den Anhänger_innen des TSV Rudows heraus, wurden rassistische, homophobe und die Verbrechen des Nationalsozialismus relativierende Parolen gerufen und die als linksalternativ bekannten Fans des gegnerischen Teams Tennis Borussia mit Gegenständen beworfen. Die Neonazis sind nicht nur regelmäßige Gäste auf der Sportanlage an der Stubbenraustraße und im Verein etabliert, sie sind auch dort als Ordner_innen tätig. Gemeinsam mit der NPD gegen jeden Extremismus ??? Bisher existiert trotz zaghafter Versuche wie dem Aktionsbündnis Rudow keine nachhaltige zivilgesellschaftliche Organisierung von Widerstand gegen die Neonaziszene im Süden Neuköllns. Die Ursachen liegen nicht zuletzt in der fatalen Tendenz zur Gleichsetzung neonazistischer Gewalt mit dem Widerstand dagegen in der sogenannten ‘Extremismus -Formel. Auch auf lokaler Ebene werden zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich gegen Neonazis, Rassismus und Antisemitismus engagieren, mit der sog. „Extremismus-Klausel“ der Familienministerin Kristina Schröder in ihrem Wirken beschnitten. Wenn Kulturvereine mit antirassistischer Arbeit drohen unbequem zu werden, wird ihnen in Neukölln schnell damit gedroht den Geldhahn abzudrehen. Statt die Verantwortlichen beim Namen zu nennen, fiel dem von Heinz Buschkowsky geführten Bezirksamt in einem mit den Stimmen der beiden damaligen NPD-Verordneten verabschiedeten Entschließungsantrag zur rechten Anschlagsserie in Neukölln nichts Besseres ein, als “Einschüchterungsversuche (…) sowohl von rechts- als auch linksextremistischer Seite“ zu verurteilen. Nein, das kann niemand anders machen… Effektiver Widerstand gegen Neonazis muss Akteur_innen benennen und nicht nur ihre Strukturen, sondern auch ihre Ideologien bekämpfen. Aber besonders die Menschen vor Ort sind gefragt, sich mit den Betroffenen neonazistischer Gewalt zu solidarisieren und sich gemeinsam gegen Neonazis zu organisieren. Antifaschistische Initiativen gehören unterstützt und nicht kriminalisiert. Keine Homezone für Neonazis und Rassist_innen. Zeit für praktischen Antifaschismus! 13.04.12 | 17.30 Uhr | U-Bahnhof Lipschitzallee Keine “Homezone” für Nazis und Rassist_innen! Zeit für praktischen Antifaschismus! Weitere Informationen unter: Zeit zu handeln! und Antifa Berlin (1)Motto einer Demonstration des „Nationalen Widerstands Berlin“ am 10. Oktober 2009 in Berlin-Friedrichshain. Im Verlauf des Aufmarsches, bei dem auch zahlreiche Neuköllner Neonazis anwesend waren, wurden Namen politischer Gegner_innen verlesen und diese bedroht. (2)Zitat aus einer Befragung von Anwohner_innen im Rudower Blumenviertel 2009

BewegungBerlin möchte darauf hinweisen, dass „Flüchtling“ ein Diminutiv – also verniedlichend – ist, und somit fast automatisch infantilisierend (verkindlichend) wirken kann. Deshalb bevorzugen wir den Begriff „Geflüchtete“. Allerdings sind natürlich alle politischen Eigenbezeichnungen vollkommen zu respektieren!!!!

BITTE HELFT!

Hallo Freunde, Hallo Aktivisten und Aktivistinnen, Hallo empörte!

Ich schreibe euch heute aus einem Anlass, der mir so wichtig und imminent
erscheint wie kein anderer zuvor. Hier in Würzburg sterben derzeit
Menschen! Ich Rede nicht von dem alltäglichen leid, dass die Menschen in
Armut erleben müssen, sondern von 10 mutigen, aber auch verzweifelten
Männern, die sich entschieden haben, nicht weiter leben zu wollen.

Es handelt sich um iranische Flüchtlinge aus einer sogenannten
Gemeinschaftsunterkunft (GU), welche überall in Deutschland existieren.
Diese Unterkünfte sind in den meisten Fällen heruntergekommene Baracken aus
Kriegszeiten, die sonst keinerlei nutzen mehr hätten. Hier in Würzburg
haben die teilweise vom Krieg gezeichneten oder politisch verfolgten
Flüchtling die "Ehre" in der ehemaligen Adolf Hitler Kaserne untergebracht
zu sein. Die Bedingungen für Flüchtlinge sind beschämend schlecht dort ;
erwachsene Menschen müssen sich zu fünft ein Zimmer teilen, essen gibt es
zweimal die Woche zu kaufen, wobei die Auswahl sehr beschränkt, und nicht
auf die unterschiedlichen kulturellen Bedürfnisse von dutzenden
Nationalitäten abgestimmt ist. Sie erhalten 40€ "Taschengeld" im Monat, von
denen sie ihr soziales und kulturelles leben gestalten können (Eine
einfache Busfahrt von der GU in die Stadt kostet ca. 2,50)

Die Flüchtlinge haben während des Verlaufs eines Asylantrags weder das
recht zu arbeiten, noch das recht sich frei in zu bewegen-sie sind auf
einen Bezirk beschränkt. Eine Wohnung dürfen sie sich auch nicht nehmen,
selbst wenn sie sich eine leisten könnten. Somit sind sie regelrecht dazu
verdammt, während den teilweise über Jahre andauernden Asylanträgen in
diesen Unterkünften, mit diesen Bedingungen zu leben.

Vor 2 Monaten erhängte sich ein junger Iraner in seinem Zimmer in der GU.
Der Hintergrund war der unmenschliche Zustand, dass der politisch
verfolgte, und dadurch sowieso schon gezeichnete, Mann nicht mit seiner
Schwester vereint werden durfte, die in einem anderen Bezirk
"untergebracht" war. Irgendwann hat er aufgegeben...
Da sich die Verhältnisse und Zustände nach wie vor nicht gebessert haben,
sind vor 16 Tagen 10 iranische Flüchtlinge in den Hungerstreik getreten. Es
handelt sich um männer, die im iran die todesstrafe verhängt bekommen
haben, und teilweise deutlich von narben gezeichnet sind-sowohl körperlich
als auch seelisch. Unter ihnen befinden sich ehemalige Beamte aus dem Iran,
Studenten und sogar eine Dozent der Uni in Teheran.

Damit möglichst viel Druck auf die Öffentlichkeit und die Regierung
ausgeübt werden kann, haben sie den Rathausplatz in Würzburg occupiert, um
dort öffentlich in den Tod zu gehen. Echte demokratie jetzt/Occupy Würzburg
hat sich von Tag 1 an solidarisiert, und ist seit dem 19.03 dort mit 5
weiteren Campingzelten vertreten, um zu helfen bei Kommunikationsproblemen,
Spendenaufrufen und für banale Dinge wie die gute alte Nachtwache ( in der
ich euch gerade schreibe) .

Mittlerweile sind 2 der netten Männer bereits umgekippt, wegen
Kreislaufproblemen, und verschärft wird die Situation nun auch noch durch
den Umstand, dass die Flüchtlinge nach 2 Wochen ohne Ergebnis nun nur noch
Wasser zu sich nehmen wollen. Ich habe sie kennen und schätzen gelernt, und
fürchte nun um ihr leben! Mittlerweile besteht für mich kein Zweifel mehr,
dass sie ihr Anliegen bis zum sprichwörtlichen Ende durchsetzen werden, und
die verantwortlichen in der Politik schieben die Zuständigkeit vor sich
her. Ein Arbeitskreis, der sich heute gegründet hat, plant einen
internationalen aktionstag für diese Flüchtlinge. Wir haben mittlerweile
aus der halben Welt solidaritätsbekundungen erhalten, und hoffen, dass
diese Solidarität am 14.04 zum Ausdruck gebracht wird. Wir arbeiten nun an
der Aktivierung möglichst vieler Freunde und Unterstützer.

Die situation in würzburg hat sich zum Präzedenzfall entwickelt, da es hier
um die Flüchtlingspolitik Deutschlands geht und dies nicht nur ein
öffentlicher Platz ist, der erfolgreich gegen den Willen der Stadt
occupiert wurde, sondern auch ein Kampf gegen herrschendes unrecht, der so
in Deutschland normalerweise nicht stattfindet: mit dem stärksten Waffe,
die der Mensch hat-mit dem Einsatz seines Lebens. Ich unterstütze jeden
menschen, der für sein recht zu existieren einsteht, und nicht gehört wird.
Dies ist hier der Fall. Es kann nicht sein, dass ich in einem Land lebe,
indem man tatenlos zusieht, wie Menschen sterben! Ich bitte jeden, der mich
kennt, darum, sich persönlich angesprochen zu fühlen, denn ich meine
genau-dich! Diese Leute- und ich- brauchen deine Hilfe! Aktiviere Leute,
plane eine demo, Gründe eine AG! Geplant ist der 14.04, ein samstag, und
wir bitten jeden, sich in irgendeiner Weise zu beteiligen. Wir brauchen
Demos in jeder möglichen Stadt!

Wenn diese Sache Erfolg hat, ist sie ein Musterbeispiel für das
Durchsetzungsvermögen des Menschen, wenn er bereit ist, alles zu geben-und
es überleben 10 Menschen, die den glauben an Menschenrechte schon fast
aufgegeben haben.

Bei jeglicher Form von möglicher Unterstützung Mail an mich oder
occupywuerzburg@googlemail.com