Archiv für die Kategorie ‘medienkritik’

FACING BLACK PEOPLE

Podiumsdiskussion
Mit Elizabeth Blonzen, Dr. Grada Kilomba, Mekonnen Mesghena, Lara-Sophie
Milagro, Nadja Ofuatey-Alazard, Michael Ojake u.a.

"Der historische Rassismus bestand nicht nur in Ausbeutung und Völkermord
in den Kolonien, sondern auch in den zahlreichen diskriminierenden Praxen,
Begriffen und Bildern, die seit dem 17. Jahrhundert kontinuierlich in
Deutschland gebraucht werden, um Schwarze Menschen zu beschreiben oder
darzustellen. Schwarz-Sein wird aus weißer Sicht benutzt, um etwas als
fremd, anders, exotisch, wild oder bedürftig zu markieren. Diese
Projektionen haben nichts mit der Lebensrealität Schwarzer zu tun." –
www.buehnenwatch.com
Anlässlich aktueller Berliner Inszenierungen wird das sogenannte
„Blackface“, das heißt schwarz angemalte weiße SchauspielerInnen, unter
Kulturschaffenden und AktivistInnen erneut kontrovers diskutiert. Eine
öffentliche Diskussion für Kulturschaffende und Interessierte als nächster
Schritt in einer Debatte, die sich erst an ihrem Anfang befindet.

Eine Veranstaltung von Kultursprünge e.V. in Kooperation mit der Werkstatt
der Kulturen

Ballhaus Naunynstraße
Naunynstr. 27, 10997 Berlin
10. Mai 2012, 20 Uhr – Eintritt frei
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by PIR (Parti des indigènes de la République)
In the week that has just ended (March 23), Mohamed Merah, claiming to be a follower of Al Qaida, committed several murders in Montauban and Toulouse, severely wounding a Martiniquais soldier now in a coma and killing three military men of North African origin and four Jewish people including three children. Whatever his justifications, we strongly condemn this act, particularly in the case of the children,  and wish to say to the North African, Jewish and Antilles families who have lost loved ones that we are in mourning with you.

We also feel anger and bitterness at the act of a young man claiming to support the cause of Palestinians and Afghanis. His act distorts the goals of these just causes, muddies the message and reinforces the side he claims to oppose. With only one month to go before the Presidential elections, his murderous folly re-energizes the campaigns of Nicolas Sarkozy and Marine Le Pen while undermining the anti-racist and anti-imperialist movement efforts in the hard struggle for justice and liberty.

However, it would be wrong to believe that Mohamed Merah’s vengeful fantasies came out of nowhere. The terrible violence that he displayed this week was fed for years by the cold reason of the murderous wars being led by major powers in Afghanistan, Iraq and elsewhere with the support of the Israeli state. How could we not predict that all this would lead one day to violent actions in which Jewish French people, constantly linked by French propaganda to Zionism, would be the target? It is this link that must be broken in order to prevent the conflation of Jews with Israel. And that is where the honour of the anti-zionist movement is to be found: working toward the liberation of Palestinians but also of Jews.

How could the possibility of the growing Islamophobia expressed ad nauseam, and becoming a major electoral refrain this year, moving some members of violent sects to action be ignored? Such a political-ideological context could not be ignored. The crime is already being instrumentalized, conflated with an entire community, as evidenced scandalously by the Crif, which – after the identity of the killer was revealed – abandoned a march it had been planning with Muslim organizations. You can’t march with the guilty parties! This is a shameful attitude to adopt, irresponsible and dangerous. The emotion the tragedy rightly triggers should never be taken hostage by the interests of politicians and lobbyists. On the contrary, this is a time for French society to reflect collectively on the ravages of national and international political choices that have been against the common good. Anders Behring Breivik and Mohamed Merah were not flukes on European territory. They are the expression of the incredible disorder created by the imperialist and racist system. They are both the consequences and the symptoms. In this sense, Breivik and Merah are certainly products of Europe.

Vortrag: Kein 10. Opfer!? – “Nationalsozialistischer Untergrund”,
Rechtsterror und die Rolle des Staates

Jahrelang haben die staatlichen Behörden die Existenz der Neonazigruppe
“Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) nicht aufgedeckt, sie
teilweise sogar gedeckt. Die politischen Ziele der Neonazis sind in
ihrem Kern immer verbunden mit Gewalt, Terror und Vernichtung. Die
Konzepte, der geistige und aktionistische Erfahrungsraum der 1990er
Jahre sind der Hintergrund, vor dem die drei Mitglieder des “NSU” in den
bewaffneten Untergrund gingen.

Ein Vortrag über die vorhandenen Fakten zum Komplex “NSU”, den
historischen und den aktuellen politischen Kontext des
“Rechtsterrorismus”, die Rolle der Geheimdienste und der Medien mit
Referent_innen vom apabiz.

1. März – 19:30h – Tante Horst (Oranienstr. 45, Berlin-Kreuzberg)
4. März – 18:30h – Festsaal Kreuzberg (Skalitzer Straße 130,
Berlin-Kreuzberg)

Hinweis:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, Personen, die extrem rechten
Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene
zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische,
nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende
Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung
zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

*Presseerklärung: ,,**Deutschland Entnazifizieren!„*

Online-Petition an Bundesregierung und Landesregierungen**

**
*Deutschland muss sich konsequent entnazifizieren. Dies fordern zahlreiche Menschen aus Politik, Kultur, Medien, Wissenschaft und Gewerkschaften. Anlass ist der **achte Todestag von Mehmet Turgut, den Nazis am 25.2.2004 aus rassistischen Motiven ermordeten. Zu den Unterzeichnern gehören auch Bundestagsabgeordnete mehrerer Parteien.*

,,Deutschland hat ein Rassismusproblem. Es ist doch ein Skandal, dass Politiker und Angestellte des öffentlichen Dienstes in unserer Demokratie rassistische Gewalt nicht als solche benennen. Gleichzeitig behindern sie sogar die Arbeit von Initiativen und Aktivitäten gegen Rassismus und Rechtsextremismus statt diese zu stärken“, erklären die InitiatorInnen der Online-Petition. Entnazifizieren bedeutet für sie inerster Linie die Anerkennung von Rassismus als ein reales Problem in Deutschland.

Die UnterzeichnerInnen fordern ein unabhängiges transparentes Gremium, welches die Verstrickung von staatlichen Institutionen in die durch den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) verübte Mordserie aufklärt. Dieses Gremium soll von MigrantenInnen-Selbstorganisationen und entsprechenden Experten wie Antidiskriminierungsstellen oder antifaschistische Initiativen besetzt werden.

Konkret gefordert wird auch die Einrichtung einer unabhängigen Media-Watch-Stelle. Denn gerade die Medien stehen in einer besonderen Verantwortung, der sie kaum nachkommen. Immer wieder finden rassistische Darstellungen Verwendung in der aktuellen Berichterstattung. Hier erinnern die InitiatorInnen an die entwürdigende Bezeichnung der rassistischen Mordserie als ,,Döner-Morde“.

Zu den Erstunterzeichnenden gehören: Die Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert (SPD), Mehmet Kilic (Grüne), Ulla Jelpke (Linkspartei) ebenso Medien und Kulturschaffende wie Shermin Langhoff oder auch derVorsitzende der Berliner Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen Dr. Hans Coppi.

ENTNAZIFIZIEREN! JETZT!

Online-Petition:
http://www.petitiononline.de/petition/deutschland-entnazifizieren-forderungen-an-die-bundesregierung-und-landesregierungen/843 <https://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&DEST=http://www.petitiononline.de/petition/deutschland-entnazifizieren-forderungen-an-die-bundesregierung-und-landesregierungen/843>

Facebook: https://www.facebook.com/pages/Entnazifizieren/260810393995971?sk=info<https://www.facebook.com/pages/Entnazifizieren/260810393995971?sk=info>

Pressekontakt:

Telefon: 0152 518 26042 <tel:0152%20518%2026042>, E-Mail: entnazifizieren@yahoo.de<mailto:entnazifizieren@yahoo.de>

Über die InitiatorInnnen
Wir sind eine Gruppe von InitiatorInnen aus Kunst, Medien, Politik und Recht, die rechte Gewalt und Rassismus in der Mitte der Gesellschaft thematisieren und eine Debatte darüber fordern. Dazu haben wir dieForderungen an die Regierung formuliert. Wir fordern eine konsequente Entnazifizierung Deutschlands

Auszüge aus dem junge welt artikel Nationalistischer Taumel:

Ein Redner höhnt, man habe eine Strafanzeige gegen Gysi in Gang gebracht und, man stelle sich das einmal vor, das Gericht habe mitgeteilt, »man wisse nicht, wo Herr Gysi wohnt«. Die Reaktion der Menge ist eine körperliche Bedrohung für den PDS-Vorsitzenden. Im Landtagswahlkampf im Oktober 1990 werden PDS-Veranstaltungen in der ehemaligen DDR regelmäßig von Neofaschisten aus Ost und West aufgemischt werden. Sie zetteln Schlägereien an, treten Linke mit ihren Stiefeln blutig und krankenhausreif. Ich werde vergeblich in bundesdeutschen Zeitungen nach Berichten über diese Übergriffe suchen. Jungnazis, die in dieser Nacht vom 5. auf den 6. März lernen, »Rote zu jagen«, skandieren vorzugsweise: »Wir haben nur ein Vaterland, nicht wie Willy Brandt.« Seit vor einigen Montagen eine antifaschistische Demonstrantin zusammengeschlagen wurde und schwerverletzt und blutend auf dem Platz liegen blieb, ist die Zahl der Gegendemonstranten sehr klein geworden. Wir erleben, wie gegen Ende der Kundgebung Jagd gemacht wird auf die kleine Gruppe von Jugendlichen am Brunnen. Die fliehen in die naheliegende Mensa. Weil sie heute voller Menschen ist, trauen sich die Rechtsradikalen nicht hinein. (…)

In einem Dorf irgendwo in der DDR lebte eine alte Frau, Herta Ritter. Sie war Kommunistin, in der Gemeinde für ihr soziales Engagement respektiert. Jetzt wird sie von früheren SED-Mitläufern angepöbelt. Steine fliegen in ihr Fenster. Sie sagt: »Es war alles umsonst« und nimmt sich mit Alkohol und Schlaftabletten am 10. Februar das Leben

Sie will die Wiedervereinigung nicht, und sie sagt: »Wir hätten das auch allein geschafft! Wir hätten die Regierung gestürzt, eine neue Regierung eingesetzt. Wir hätten die Grenzen für alle geöffnet und wären ein eigenes Land geblieben.«

……

Der »deutsche Sieg« bei der Fußballweltmeisterschaft in Rom im Juli 1990 ist genau das, was dieses besoffene Deutschland noch braucht. Neben Fußballfans zetteln Hooligans, Skinheads und Rechtsradikale in Bielefeld, Dortmund, Köln, Hamburg und Berlin Straßenschlachten an. In Köln wird ein Türke fast gelyncht. In anderen Städten werden sie »nur« gejagt und zusammengeschlagen. Überall Fahnenmeere, alkoholisierte Chöre, Böllerschüsse. »Deutsch-Land, Deutsch-Land«-Gekreisch und »Sieg-tak-tak-tak, Sieg-tak-tak-tak«. Warum nicht gleich »Sieg heil«? In der taz, die so viel Wert darauf legt, wenigstens in der originellen sprachlichen Verpackung dumpfen intellektuellen Mittelmaßes Vorreiter zu sein, leitartikelt Axel Kintziger am 10. Juli: »Auf deutschen Straßen und Plätzen ist wieder was los. (…) Und die Linke, die sich, weil außerhalb der Parlamente verharrend, seit über zwei Jahrzehnten die Straße angeeignet hatte, ist konsterniert. (…) Diese Fragen (…) verstellen eine wesentliche Erkenntnis: Überwiegend junge Leute nehmen sich in Deutschland etwas heraus, was den freudetrunkenen Massen von Rom oder Buenos Aires niemals übel genommen worden ist. (Es folgen einige »mitreißende« Beispiele aus weiteren Ländern; J.D.) Die Massen haben sich von dem vereinsamten Besäufnis vor dem heimischen Fern­seher verabschiedet, sie ziehen in den öffentlichen Raum und freuen sich kollektiv. (…) Vielleicht vergessen sie dabei Auschwitz. Aber sie bereiten keine Neuauflage von Auschwitz vor.« Haben die Massen im Faschismus auf der Straße gestanden und KZs verlangt, haben sie Auschwitz in diesem Sinne vorbereitet, oder war es nicht vielmehr so, daß sie duldeten, applaudierten, wegsahen, denunzierten, profitierten und mitmordeten? (…)

Antje Vollmer war auch die erste, die im Bundestag »von der neuen Rolle Deutschlands als Weltmacht« sprach und davon, daß die Grünen dieser Weltmacht »das neue geistige Band« zu liefern hätten. Einer ihrer Berater, Udo Knapp (heute SPD-Funktionär auf Rügen; J.D.) schreibt am 11.8.1990 in der taz, daß eine neue internationale Weltpolizei, unter Beteiligung Deutschlands, notfalls auch mit militärischen Mitteln am Golf einschreiten müsse, und ein anderer Vollmer-Berater, Bernd Ulrich (heute Zeit-Redakteur; J.D.), empfiehlt in diesem Zusammenhang, endlich aus dem Schatten Hitlers hervorzutreten

17. Oktober 1990: (…) Eine der mächtigsten Kriegsverbrecherorganisationen aller Zeiten, die I.G. Farben beziehungsweise die als deren Verwalterin des Restvermögens fungierende »IG Farben in Abwicklung (i.A.)«, will für ihren Besitz im Osten mit 884 Millionen D-Mark entschädigt werden. Die Firma betrieb ein eigenes KZ bei Auschwitz, in dem 30000 Menschen starben, in allen Lagern und Betrieben der I.G. schätzungsweise 45000. Die Strafen für die Verantwortlichen in den Nürnberger Prozessen waren lächerlich gering. Die USA brauchten das ökonomische und politische Bündnis mit der BRD. Nach wenigen Jahren waren die meisten I.G.-Farben-Bosse, von den viele hohe SS-, SA- oder NSDAP-Funktionen innegehabt hatten, wieder in verantwortlichen Positionen: bei Bayer, Hoechst und BASF. Die Auflösungsfirma I.G. Farben i.A. löste sich nicht auf, sondern existierte weiter und legte nun wieder gewaltig zu. Die Ankündigung der Ansprüche im Osten ließ den Kurs der unheimlichen Firma in wenigen Tagen um rund 13 Prozent hochschnellen.

Ende Oktober 1990, fast ein Jahr nach dem Fall der Mauer, haben Polizisten in Leipzig auf Rechtsradikale geschossen und zwei in die Beine getroffen. Die hatten mit Steinen auf sie geworfen. Mit der BRD und der DDR stoßen offensichtlich zwei unterschiedliche staatliche Repressionszustände aufeinander. Der eine grobschlächtig brutal, plump in der Überwachung und Verletzung von demokratischen Rechten, der andere vielleicht noch brutaler, aber auf High-Tech-Niveau, modern, subtiler in seinen Methoden und zumindest so raffiniert, daß er seine Repressionsmethoden so handhabt, daß das nackte Gesicht der Repression sich immer nur einem Teil der Gesellschaft zeigt. Ist es nicht wirklich eine Leistung der herrschenden Meinung, die Diskussion über Monate vollständig auf die »DDR-Stasi« gelenkt zu haben? Forderungen wie die nach Abschaffung demokratiefeindlicher Einrichtungen wie dem Bundesnachrichtendienst (BND), Militärischen Abschirmdienst (MAD), Verfassungsschutz (VS), der CIA und etwa der US-Überwachungsorganisation NSA kommen in der öffentlichen Diskussion zur Zeit nicht vor. Ungestört kann die NSA z.B. sämtliche Telefongespräche in der BRD abhören und mit Hilfe von leistungsstarken Computern politisch auswerten.